SEO Budget: Man muss Geld investieren um Geld zu machen!

Von Kunden, Budget und SEO

Von Kunden, Budget und SEO

Was manche Kunden nicht verstehen: SEO kostet Geld! Huch, ich dachte immer im Internet ist alles kostenlos? Nun aber mal der Reihe nach…

Ich bekam vor einiger Zeit eine Kontaktformular-Anfrage von einem “Kunden” (eigentlich kein Kunde in dem Sinne sondern eher ein Anfänger). Dieser Kunde könnte bspw. mittelständischer Webhoster sein. Laut Nachricht sei die Website schon suchmaschinenfreundlich optimiert, allerdings seien die Server allesamt im Leerlauf und es kommen keine Einnahme rein weil man unter “Webhosting” oder “Mailservice” nicht gefunden wird. Geld hätte man sowieso keines, aber man möchte doch bitte noch gestern mit beiden Keywords in die Top-5 kommen.

Wer jetzt richtig in der Annahme geht, da sei sowieso jede Arbeitszeit vorab verschwendet, ich werdet Recht behalten.

Aufgrund der Keyword-Auswahl und des mitgeteilten Budgets (maximal 200€) kontaktiere ich den “Kunden” und schlage vor vielleicht andere Keywords zu fokussieren und gebe schon erste nützliche Hinweise zur weiteren Kooperation. Es offenbart sich eine gewisse Beratungsresistenz die ich durch eine weitere E-Mail “lösen” möchte; da sich keine Besserung einstellt wird die Anfrage nicht mehr mit höchster Priorität behandelt und auf den nächsten Tag verschoben.

Nichtsdestotrotz öffnet man doch die Website um einen ersten Eindruck für das etwaige Angebot zu haben. Erster Onpage-Eindruck = katastrophal. Die einfachsten Dinge wurden nicht beachtet, aber es wird klar hier sollte zunächst eine Onpage-Optimierung stattfinden – soviel also zum Thema “die Website sei suchmaschinenoptimiert”. Im nächsten Schritt schaue ich mir jede Offpage-Metrik an: Wie die Seite aktuell mit welchen Keywords positioniert ist, Sichtbarkeiten, Backlink-Struktur, usw. Nachdem ich also die bisherigen 8 Class-C IPs gefunden habe (hauptsächlich eigene, themenunrelevante Seiten) und ein Dofollow Verhältnis von 98% als nicht normal ansehe mache ich mich trotzdem daran ein Angebot zu erstellen. In das Angebot nehme ich zwei Maßnahmen auf:

  1. Eine Onpage-Analyse samt Maßnahmenkatalog
  2. Eine Linkbuilding-Kampagne für bestehenden Keywords

Für den letzteren Punkt wird das genannte Budget angegeben, die Hoffnung ist nun schon gering hiermit überhaupt etwas zu verbessern bzw. rentabel zu optimieren.

Alles in allem sitze ich etwas mehr als 2h an dieser einen Anfrage, inkl. E-Mail Verkehr, Analysen und Angebotserstellung. Jetzt kommen wir zum wirtschaftlichen Teil: Als Agentur, die nicht nur einen sondern mehrere Mitarbeiter bezahlen muss nehme ich jetzt den durchschnittlichen Stundensatz mit 80€ an! D.h. das Angebot hätte etwas mehr als 160€ gekostet. Ich investiere also vorab schon eine nicht geringe Summe und vor allem Arbeitszeit, um dieses “kostenlose” Angebot anbieten zu können.

Die Antwort die heute zurückkam, lautete ungefähr so:

Das Angebot rechnet sich dann nicht wirtschaftlich für uns. Für das genannte Budget werden wir eine andere Agentur suchen die uns deutlich mehr anbietet. Ich habe gedacht bei Ihnen eine kompetente Agentur zu finden die auch was für das Geld bietet. Und außerdem habt Ihr keine Ahnung von SEO…

An dieser Stelle hätte ich gerne meinem impulsiven Bedürfnis nachgegeben und einen richtig schönen Troll-Kommentar zurückgeschrieben! Vielleicht so etwas wie “roflcopter, gtfo” :DNach kurzer Besinnung vor allem dem regen Austausch mit meinen SEO Kollegen gab ich dem Drang nach und habe die E-Mail einfach in “Bearbeitet” verschoben. Der Grund für meine Impulsivität liegt in meiner Arbeitsweise begründet: Jeder Kunde bekommt geldwerte Tipps und keine Standard-Analyse oder Angebot das mittels einer Vorlage in 10 Minuten erstellt ist – ich nehme mir Zeit dafür und bin jedesmal stolz darauf was wertvolles abliefern zu können!

Was kannst du (als Kunde) aus diesem Beispiel lernen?

Kommt von eurem Thron runter, SEO sei kostenlos! Nachhaltige SEO inkl. Beratung hat ihren Preis – es ist eine Dienstleistung.
Ich will weder auf Discount-SEO oder schwarze Schafe in der Branche eingehen, aber für 200€ kannst du vielleicht eine 1-Mann-SEO-Bude beauftragen. Dafür bekommst du dann ein paar Scrapebox-Kommentare, Social Bookmarks, gespinnte 2** Artikel auf Free Blogs und Webkatalogen. Du erhälst damit als Kunde nichts hochwertiges, nichts langfristiges, nichts was dir deine hart umkämpften Keywords “boostet”.

Man muss eben Geld investieren um Geld zu machen.

Wenn Ihr am falschen Ende euer Geld sparen wollt, gebt Ihr später weitaus mehr dafür aus um die vergangenen Fehler wieder auszubügeln. Aber nun gut, die Erfahrung muss jeder selbst machen! Wir arbeiten alle in einer flachen Hierarchie und wir können es nicht brauchen wenn jemand seinen Machterhaltungswillen als König-Kunde demonstriert.
Wenn Ihr allerdings Lust auf SEO habt, euch neue Ideen nicht abschrecken und euch bewusst ist, dass eine langfristige Sichtbarkeit in den Suchergebnissen mit rentablen Keywords euren Absatz drastisch steigern, dann werdet ihr von jedem SEO mit offenen Armen empfangen. SEO ist längst mehr als ein Prozess, es ist zum “Inbound Marketing” geworden.

Schreibt mir eure Kommentare zu der Thematik! Wie erlebt ihr das als SEO oder als Kunde?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.