Social Media 2018 : Lohnt der Einstieg noch?

Social Media ignorieren, nur zuschauen oder mitmachen? Was Unternehmen bei ihrer Entscheidung unbedingt berücksichtigen sollten.

Social Media ist kein Hype und geht auch nicht vorüber. Social Media bietet schlicht eine neue Möglichkeit der Online-Kommunikation. Eine Möglichkeit, von der immer mehr Menschen Gebrauch machen und in ihren privaten und beruflichen Alltag integrieren. Dieser neue Online-Kommunikationskanal steht auch Unternehmen offen. Die Frage, die sich Marketing- und PR-Verantwortliche stellen: Mitmachen, nur zuschauen oder gar vollständig ignorieren?

Social Media vollständig ignorieren?

Social Media können Sie nur ignorieren, wenn ihre Zielgruppe es ebenfalls tut. Das aber wird zunehmend unwahrscheinlich. Wird über Ihr Unternehmen, Produkt- und Dienstleistungen und für Sie relevante Themen im Social Web nicht gesprochen, besteht zumindest kein direkter Handlungsdruck.

Machen Sie sich aber bewusst, dass Social Media zunehmend ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft wird. Die Nutzerzahlen zeigen es. Möglicherweise ist Social Media für Sie im Moment nicht unbedingt relevant. Das kann sich aber schnell ändern und zwar dann, wenn sich Ihre Zielgruppe über meinungsbildende und kaufentscheidende Themen in Bezug auf Ihre Produkte- und Dienstleistungen im Internet unterhält. Noch dringlicher wird es, wenn Mitbewerber beginnen die Chance zum Dialog mit Ihrer Zielgruppe zu nutzen. So oder so sollten Sie zumindest Hinschauen und Hinhören, um wichtige Entwicklungen nicht zu verpassen.

Social Media Monitoring: Wissen was geredet wird

social media
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Mit Social Media Monitoring ist gemeint, die Social Media-Kanäle im Blick zu haben, in denen über die eigene Marke, Produkte und relevante Themen gesprochen wird. Im Social Media bilden sich Menschen ihre Meinung, fragen Freunde, Bekannte und Kollegen um Rat, tun ihre eigene Meinung kund und tragen so nicht nur sachlich zu mehr Transparenz und dem kollektiven Wissen bei, sondern erzeugen auch Emotionen. Die soziale Komponente des Social Media trägt deutlich dazu bei, dass der Monolog der Unternehmen immer weniger funktioniert. Nutzer vertrauen ihrem Freundes- und Bekanntenkreis mehr als den einseitigen Werbebotschaften in klassischen Medien.

 

Mit dem Social Media Monitoring werden folgende Ziele verfolgt:

  • die Entwicklung der eigenen Marke und Online Reputation beobachten
  • den Meinungsaustausch der Zielgruppe beobachten und zur Marktforschung nutzen
  • potenzielle Krisenherde frühzeitig erkennen
  • Mitbewerberaktivitäten im Social Media beobachten

Falls Social Media nicht nur passiv genutzt wird, übernimmt das Social Media Monitoring zusätzlich folgende Aufgaben:

  • neue Themen finden und aktuelle Ereignisse für die eigene Online-Kommunikation nutzen
  • quantitative und qualitative Erfolgsmessung der eigenen Social Media Aktivitäten
  • Identifikation wichtiger Multiplikatoren, z.B. Meinungsmachern und potenziellen Markenbotschaftern

Verpassen Sie auf gar keinen Fall den Zeitpunkt auf den Social Media-Zug aufzuspringen. Ihre Mitbewerber könnten  einen wichtigen Vorsprung ergattern, zum einen im Aufbau von Know-How in der Nutzung von Social Media, aber auch im Aufbau einer starken Online-Reputation und Kundenbindung und zum anderen wertvoller Kenntnisse über die Zielgruppe im Social Media. Je länger Sie warten, desto schwieriger wird es diesen Wissensvorsprung aufzuholen. Unterschätzen Sie dabei nicht die Zeit, die Sie brauchen, um Ihr Unternehmen fit zu machen. Eine Facebook-Seite einzurichten ist nichts im Vergleich dazu, eine erfolgversprechende Social Media Strategie zu entwickeln, ihre Mitarbeiter mit der nötigen Social Media-Kompetenz auszustatten, entscheidende Kommunikationsprozesse zu etablieren und Kapazitäten für ein nachhaltiges Social Media zu schaffen.

Social Media Integration: mitreden, mitmachen, teilen

1. Bauen Sie Vertrauen auf

social media dialog
Social media dialog

Mitmachen können Sie nur, wenn Sie zuhören, auf Augenhöhe sprechen und lernen zu teilen. Unternehmen, die sich verschließen, zurückhaltend oder ängstlich kommunizieren und nichts spannendes oder relevantes beizutragen haben, werden scheitern. Außerdem benötigen Sie Persönlichkeit. Abstrakte, wenig fassbare Unternehmensbilder sind wenig vertrauenswürdig und noch weniger können sich Nutzer mit diesen identifizieren. Der Marke kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Sie steht für Werte und einem Markenversprechen. Bauen Sie Vertrauen auf, indem Sie zu Ihren Werten stehen und Ihr Markenversprechen halten. Dann können Sie vom ungeheuren Potenzial des Social Media profitieren.

2. Reden Sie mit und seien Sie spannend

Erst im Dialog entfaltet sich eine Beziehung zu Ihrer Zielgruppe. Der ehrlich gemeinte Dialog auf Augenhöhe ist ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung und kann die Kundenbindung deutlich mehr stärken als gelegentliche Promotions. Erst im Dialog lernen Sie Ihre Zielgruppe besser kennen und können Ihre Kommunikation besser auf diese ausrichten, ggf. auch Ihre Produkte- und Leistungen oder Unternehmensprozesse verbessern. Einige Unternehmen gehen noch weiter und binden die Nutzer in die Produktentwicklung ein. Stichwort Crowdsourcing, was vereinfacht ausgedrückt nichts anderes ist, als externe Akteure in die Ideenfindung miteinzubeziehen. Ihre Zielgruppe weiß schließlich am besten, was sie will.

Seien Sie spannend. Toller Tipp, denken Sie jetzt? Natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Spannend könnte man mit relevant austauschen. Bieten Sie inhaltlich etwas, was für Ihre Zielgruppe einen Mehrwert bietet. Der Mehrwert ergibt sich aus den gemeinsam geteilten Interessen und Werten. Beachten Sie dabei, dass sich nicht alles um ihr Produkt- oder Dienstleistung dreht. Ihre Marke steht für etwas, dass mit Leben gefüllt werden will. Bilder, Videos, insbesondere mediale Inhalte können die Emotionen wecken und zum Teilen anregen. Product Placement ist dabei natürlich kein Tabu, sondern wichtiger Bestandteil.

 3. Geben Sie mehr von sich preis und teilen Sie

Social Media verlangt nach persönlichen Einblicken. Lassen Sie die Außenwelt ein wenig am internen Geschehen teilhaben. Zeigen Sie damit, dass Ihre Wertversprechen nicht intern halt machen, sondern auch wirklich gelebt werden. Fürchten Sie sich nicht zu sehr davor Fehler zu machen. Fehler sind menschlich und Menschen verzeihen Menschen Fehler. Ein Unternehmen ohne Gesicht hingegen verzeiht man nicht so schnell und eignet sich eher als Buhmann.

Insbesondere wenn Kunden Probleme ansprechen und öffentlich kommunizieren besteht darin in der Regel keine Gefahr, sondern eine echte Chance. Sie hören zu, nehmen Anteil an dem Problem und lösen dieses. Ein verärgerter Kunde fühlt sich damit wertgeschätzt, lobt möglicherweise Ihr Engagement und teilt seine positiven Erfahrungen mit anderen. Sie generieren damit echte Kundenzufriedenheit und das öffentlich. Natürlich können Sie es nicht jedem Recht machen, aber ein Unternehmen mit mehrheitlich zufriedenen Kunden wird von dieser Art der Kommunikation profitieren.

Seien Sie kein Geheimniskrämer und teilen Sie mit Ihrer Anhängerschaft ein Teil Ihres Wissens. Das Social Web ist auch Geben und Nehmen. Schließlich sind es die Nutzer, die Ihre Inhalte weitertragen. Überzeugte Nutzer und Markenfans stehen für Sie ein, insbesondere bei nicht gerechtfertigter Kritik. Als Markenbotschafter kreieren sie eigene Inhalte, die Ihre Marke oder Produkt zum Thema hat. Sie bekommen eine ganze Menge, wenn Sie aktiver Teil der “Interessengemeinschaft” werden.

Fazit

Es empfiehlt sich zumindest, die Entwicklungen im Social Media in Bezug auf Ihre Marke, Produkte, Themen und Mitbewerber zu verfolgen. Verpassen Sie nicht den Moment, selbst aktiv zu werden und Einfluss zu nehmen. Wenn Sie den Schritt ins Social Web gehen, dann tun Sie es wohl überlegt, geplant und nicht halbherzig. Ohne Strategie, die notwendigen Ressourcen und die Bereitschaft zu einer nachhaltigen Veränderung der Unternehmenskommunikation werden Sie scheitern.

Mehr zum Thema finden Sie in unserer Rubrik Social Media auf unserer Website.

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